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"Warum mache ich das?"

  • 22. Aug. 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Sept. 2024


Seit gut zwei Monaten erscheint jede Woche ein kurzes Video von mir in den sozialen Medien. Ich spreche über Tanz, über das Schreiben und über bestimmte Themen, die mich interessieren, beschäftigen oder schon lange begleiten. Ich lese auch einen anderen literarischen Text, wobei ich hier am wenigsten über die Qualität und eine künstlerische Bewertung sagen kann. Es geht mir vor allem darum, gesammelte Erfahrungen, Erkenntnisse und künstlerische Sichtweisen, die man von mir jederzeit in meinen Unterrichtsstunden und Proben hören kann, einem größeren Publikum mitzuteilen.


Der Tanz hat für mich einen wichtigen Stellenwert eingenommen, ist über die Jahrzehnte zu einem Sprachrohr meiner Seele, meiner Gedanken und Gefühle geworden. Das Handwerk dafür zu erlernen und nicht stehen zu bleiben, war und ist ein langer Prozess. Es geht nicht nur darum, mit meinem Körper als Instrument zu agieren und mich auszudrücken, sondern auch als Choreograf in einem größeren Rahmen zu agieren, komplexere Ebenen zu verbinden. Und in einen Dialog mit dem Publikum zu treten. Werke zu schaffen, mit denen ich viele Menschen erreichen kann, sie anregen kann, genauer hinzuschauen, auf sich selbst zu hören, auf die eigenen spontanen Gefühle und Instinkte, ihnen zu vertrauen. Und vielleicht ihre eigenen Geschichten zu finden.


Mit Worten ist das anders. Sprache ist in den meisten Fällen nachvollziehbar und wird meist sofort verstanden. Jedes geschriebene oder gesprochene Wort kann sofort etwas auslösen, kann Klarheit schaffen, aber auch Verwirrung stiften. Fakten schaffen bis hin zu Konflikten.

Deshalb hat es mich schon immer fasziniert, wenn es Menschen gelingt, mich mit Worten zu überzeugen, zu berühren oder einfach auf eine Reise mitzunehmen. Denn meine Kunst ist im Ursprung nonverbal, sehr flüchtig und wirkt auf viele Betrachter meist abstrakt. Zudem haben viele Tanzschaffende Schwierigkeiten, sich auszudrücken, scheuen das geschriebene oder gesprochene Wort. Auch heute noch.

Je mehr ich also meine Arbeit mit Sprache begleitete, meinem tänzerischen Schaffen eine andere Art von Gehör verschaffen konnte, Körpersprache sich auch in gesprochene Worte und Sätze übersetzen ließ (und umgekehrt), desto mehr hat mich diese Kunstform in ihren Bann gezogen. Mich herausgefordert, mich tiefer eintauchen lassen.

Mich hier in gesprochener Form auf Video festzuhalten. Mich darzustellen, ohne eine Performance abliefern zu müssen, sondern ganz bei mir bleiben zu können, bietet eine neue Ebene des Dialogs, der Inspiration und der Anregung, Gedanken von mir aufzunehmen, für sich weiterzudenken oder gar weiterzuspinnen. In einen Dialog zu treten, ohne dass ich jedes Mal wirklich dabei sein muss. Eine Art Anstoß.


Und es ist spannend zu beobachten, welche Themen was auslösen, Reaktionen hervorrufen ... oder auch nicht.


So, keep on listening, watching and get inspired.


Bis bald und Tschüß!



 
 
 

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